Fr
24
Apr
2009
„Sturm über Nürnberg; Zeltlager einer Jugendgruppe durch umgestürzte Bäume getroffen, mehrere verletzte Personen“.
Dieses zugrundegelegte Übungsszenario ist ein denkbarer „Ausnahmezustand“
Eine Sturmfront mit Starkregen fegt am Nachmittag, des 24. April 2009 über die Stadt Nürnberg und hat große Schäden an Gebäuden und Bäumen verursacht. Es sind auch Personen zu Schaden
gekommen.
Seit 16 Uhr ist die Berufsfeuerwehr mit den Löschzügen aller fünf Wachen und diverser Sonderfahrzeuge im Einsatz. Unterstützt wird sie von Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren Nürnbergs. Auch eine
Alarmierung dienstfreier Kräfte der Berufsfeuerwehr ist bereits angelaufen. Der Regelrettungsdienst ist ebenfalls durch eine Hohe Anzahl an verletzten Personen aufgrund des Sturmes ( an seine
Kapazitätsgrenze angelangt.
Gegen 18:30 Uhr passiert es dann:
In einer Lichtung eines Waldstückes an der Ringelnatzstraße westlich von Kornburg stürzen mehrere Bäume auf ein Zeltlager. In dem Zeltlager ist eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen und Betreuern
anwesend. Dabei werden einige Jugendliche schwer verletzt. Weitere Jugendliche geraten in Panik und flüchten in alle Richtungen und sind vermisst. Die nahende Dunkelheit erhöht den Druck auf die
Einsatzkräfte.
Zur Koordination des Einsatzes der 320 Einsatzkräfte der unterschiedlichen Organisationen bildet sich vor Ort die sogenannte „Wagenburg“ aus den Einsatzleitwagen von BF,THW, Rettungsdienst und
Polizei. Darin werden sowohl die eigenen Fachdienstaufgaben koordiniert, als auch der gemeinsame Einsatz abgestimmt. Für den Betrieb „Wagenburg“ unterstützt das THW mit Beleuchtung und Strom.
Zuerst gilt es die verletzten Personen am Zeltlager zu versorgen, zu registrieren und koordiniert in die Krankenhäuser zu transportieren. Die Hilfsorganisationen sind hierzu mit mehreren SEG
(Schnelleinsatzgruppen) im Einsatz. Parallel dazu muss die Koordination der Helfer des THW, der Feuerwehr sowie des Wasserrettungsdienstes erfolgen, um die vermissten Personen schnell zu finden. Die
Dunkelheit erschwert die Suche nach den vermissten Personen sehr. Es wird auch noch angenommen, dass Personen in den zum Zeltlager nahen Main-Donau-Kanal gestürzt sind. Hier muss eine Flächensuche am
und unter Wasser durchgeführt werden. Deshalb ist am Main-Donau-Kanal ein weiterer Einsatzschwerpunkt, an dem die DLRG und die Wasserwacht zusammen mit dem THW im Einsatz sind.
Das Nürnberger THW wurde bei dieser Übung von zwei Schwabacher Helfern unterstüzt. Insgesamt waren nach der Alarmierung 3 Technische Züge und vier Fachgruppen mit 76 Helfern und 20 Fahrzeugen sowie 5
Hängern zu den Einsatzstellen ausgerückt. Gegen 22.30 Uhr war die Übung beendet. Nach einer gemeinsamen Stärkung rückten die Helfer wieder in die Unterkunft ein.