Do
23
Jul
2009
Das Bundesinnenministerium hat ein siebenköpfiges THW-Einsatzteam nach Onna entsandt, um beim Wiederaufbau des Ortes zu helfen. Das auf mehrere Monate angelegte Projekt wird vom Auswärtigen Amt in
Höhe von 140.000 Euro finanziert. Die Helfer des THW beteiligen sich seit dem 7. Mai 2009 unter der Führung des italienischen Zivilschutzes an den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten. Bisher haben die
THW-Helfer Wasser- und Stromleitungen wiederhergestellt und teilweise neu verlegt. Außerdem helfen Sie beim Betrieb der Behelfssiedlungen für die Erdbebenopfer. Zusätzlich sollen sie die
Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden vertiefen. Das THW mit seinem Landesverband Bayern steht seit Jahren im engen Kontakt mit dem italienischen Bevölkerungsschutzschutz.
Zur Koordinierung der deutschen Hilfe steht die deutsche Botschaft in Rom in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden.
Seit Donnerstagabend, dem 23. Juli 2009, befinden sich auch THW-Einsatzkräfte aus dem Ortsverband Nürnberg auf dem Weg nach Italien. Die drei Helfer stellen mit Kräften aus anderen bayerischen
Ortsverbänden ein Einsatzmodul. Hierzu ist auch ein Gerätekraftwagen (GKW) 1 aus Nürnberg im Einsatz. In zwei Wochen werden die nächsten drei Nürnberger THWler in das Einsatzgebiet folgen und einige
Helfer ablösen.
Auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat am 8 Juli bereits gemeinsam mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Rande des G8-Gipfels im italienischen L'Aquilla das THW-Einsatzteam in Onna
besucht. "Die Ausmaße der zerstörerischen Kraft eines Erdbebens vor Ort zu sehen, erschüttert mich zutiefst. Meine aufrichtige Anteilnahme richtet sich an die Überlebenden der Katastrophe", sagte die
Bundeskanzlerin.
Im Beisein von Überlebenden dankte die Bundeskanzlerin den THW-Helfern für ihr Engagement bei der Unterstützung des italienischen Zivilschutzes. "Die THW-Helfer unterstützen hier nicht nur die
lokalen Kräfte bei den Aufräumarbeiten, sondern sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für die deutsch-italienische Freundschaft", betonte die deutsche Regierungschefin. Im Gespräch mit
THW-Vizepräsident Rainer Schwierczinski informierte sich die Bundeskanzlerin über die Fortschritte des Einsatzes.
Die Geschichte des Ortes Onna ist auf tragische Weise mit den NS-Verbrechen in Italien verbunden: 1944 erschossen Wehrmachtsangehörige 17 unschuldige Einwohner, mehrere Häuser wurden gesprengt. Das
deutsche Engagement beim Wiederaufbau von Onna ist damit auch ein Beitrag zur deutsch-italienischen Versöhnung.
Onna liegt in Mittelitalien in den Abruzzen am kleinen Fluss Aterno. Die Ortschaft befindet sich etwa sieben Kilometer südöstlich des Zentrums von L’Aquila und gut 90 km nordöstlich von Rom.