Fr
07
Aug
2009
Ein entgleister Güterzug hat am Freitag Polizei, Feuerwehr und THW in Nürnberg in Atem gehalten. Zahlreiche Einsatzkräfte eilten zu der Unfallstelle.
Aus noch ungeklärten Gründen sind am Nachmittag auf einer Bahnstrecke in der Nähe des Fernsehturms vierzehn Waggons entgleist, elf sind in Schräglage, einer ist umgekippt. Bei einem Waggon handelt
es sich um einen Kesselwagen, der mit Lauge gefüllt war. Darauf weise die Gefahrgutkennzeichnung am Waggon hin. Laut Ladepapieren sei er zwar leer, hieß es. Allerdings könnten noch bis zu 300
Kilogramm Restmenge der Lauge enthalten sein, weshalb nach wie vor giftige Dämpfe austreten könnten, warnten die Einsatzkräfte. Zudem befanden sich unmittelbar hinter den umgestürzten Waggons zwei
Druckkesselwägen, die allerdings ebenfalls leer und gereinigt waren.
Beim Entgleisen pflügte der Zug einen 300 Meter langen Kiesstreifen entlang des Zedernwegs um und knickte eine 20.000-Volt-Stromleitung um, die einen Baum in Brand steckte. Die Unglücksstelle liegt
unmittelbar neben der Stadtautobahn und dem Main-Donau-Kanal an einer Reihe von Schrebergärten. Dass keine der Gartenlauben von dem entgleisten Koloss getroffen wurde, bezeichneten Augenzeugen als
«Riesenglück». Der Sachschaden beträgt ersten Schätzungen zufolge mindestens drei Millionen Euro. Die Aufräumarbeiten dürften laut Aussage der Einsatzkräfte Tage dauern.
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Auch das THW Nürnberg wurde zunächst mit dem Fachberater alarmiert. Ein Technischer Zug wurde in Alarmbereitschaft versetzt.
Der Zug befand sich den Angaben der Bahn zufolge auf dem Weg zum Nürnberger Rangierbahnhof. Da das Gleis allein für den Güterverkehr benutzt wird, sind Personenzüge der Bahn nicht betroffen.
Text: Nordbayern.de/THW