Erneut ein Bomben-Fund in Nürnberg

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Nürnberg,

Der amerikanische 450-Kilo-Koloss wurde bei Bauarbeiten auf dem Neubauareal im neuen Stadtteil Lichtenreuth entdeckt. Die Evakuierung der umliegenden Bewohner war erheblich einfacher als Ende November 2025. Dafür hatte der Sprengmeister mit dem Weltkriegsrelikt ein wenig mehr Mühe als sonst.

Bei Aushubarbeiten kam die Bombe am Montagnachmittag (9. März) ans Tageslicht. Das große Glück: Sie lag mitten auf dem weitläufigen Areal in einer tieferen Baugrube, gut 300 Meter von der Münchener Straße entfernt. Sprengmeister Michael Weiß ließ um die Fundstelle einen Schutzwall aus zwölf Containern errichtet worden, die mit großen Wasserblasen gefüllt wurden. Das reduzierte den Radius der Evakuierungszone, der üblicherweise bei 1000 Metern liegt, auf lediglich 450 Meter.
Mit positiven Folgen. Denn in diesem Umkreis leben aktuell erst rund 390 Menschen, die diesen Bereich für die Entschärfung aus Sicherheitsgründen verlassen mussten. Zudem war die Fliegerbombe nicht bewegt worden. Der Sprengmeister konnte die Entschärfung daher auf den Folgetag verschieben.


Also machten sich rund 150 Einsatzkräfte, darunter 35 ehrenamtliche Helfer des THW-OV Nürnberg, am Dienstagmorgen an die Evakuierung der 390 Einwohner. Schon zwei Stunden später war der Gefahrenbereich geräumt, Sprengmeister Michael Weiß und seine drei Mitarbeiter konnten ihre gefährliche Arbeit aufnehmen.


Und das nahm Zeit in Anspruch. Zwei Aufschlagzünder hatte die Fliegerbombe – jeweils einen im Front- und im Heckbereich. Beide Zünder waren zunächst nicht zu bewegen. Mit viel Fingerspitzengefühl, klugem Werkzeug-Einsatz und einem speziellen Öl gelang es nach und nach, die Zündmechanismen zu lockern und sie schließlich aus dem Eisenkoloss herauszudrehen. Um 11.58 Uhr, nach einer Stunde und 22 Minuten Arbeit, war die Bombe entschärft. Die die Straßen- und Luftraum-Sperrung wurden aufgehoben, die U-Bahnlinie 1 nahm ihren Betrieb wieder auf, und die 390 Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.


Das THW Nürnberg war seit Montagnachmittag im Einsatz. Zunächst um mit Beleuchtung den Aufbau der Container zu begleiten sowie mit dem Führungs- und Kommunikationskraftwagen die Führung der eingesetzten Einheiten zu koordinieren. Zudem unterstützen unsere Helferinnen und Helfer die Evakuierung der Wohn- und Baustellenbereiche, welche durch die Maßnahmen betroffen waren.

 

Text: Grewe

Fotos: Grewe/Mühlmann
 

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