Gut 20 cm Neuschnee fielen seit Sonntagabend im Stadtgebiet und in der Region. Auf den Autobahnen A6 und A73 kamen immer wieder Lastzüge ins Rutschen und blieben liegen. Gegen 22.50 Uhr forderte die Verkehrspolizeiinspektion Feucht deshalb die Unterstützung des Ortsverbands Nürnberg an. Zehn Einsatzkräfte mit zwei Fahrzeugen machten bis in die frühen Morgenstunden einen Sattelschlepper nach dem wieder flott.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft wurden die Einheiten am Overfly beim Autobahnkreuz Nürnberg-Süd gleichsam gestoppt. Mehrere Sattelschlepper waren an dem Anstieg hängen geblieben, der Räumdienst kam an den Havaristen nicht vorbei, so dass die Autobahn zunächst eine Rutschbahn blieb. Das hatte Folgen: Kaum waren zwei, drei Lastzüge freigeschleppt, blieben schon die nächsten auf dem rutschigen Overfly-Anstieg hängen. Die Einsatzkräfte schleppten im Akkord.
Als die beiden Einsatzfahrzeuge am Montag gegen 9 Uhr in die Unterkunft zurückkehrten, waren längst etliche weitere Einheiten ausgerückt. An etlichen Stellen des Stadtgebiets hatten sich Laster festgefahren, sogar einzelne Linienbusse der Nürnberger Verkehrs AG mussten die THW-Aktiven freischleppen. Das summierte sich am Ende auf annähernd 30 Einsätze mit noch weitaus mehr Fahrzeugen.
Und gleichsam nebenbei unterstützten der Ortsverband Nürnberg und der Ortsverband Erlangen gemeinsam den Nürnberger Flughafen im Kampf gegen die Schneemassen. Beim Freiräumen des Vorfelds, der Taxiways und der Startbahn hatten die Airport-Räumfahrzeuge große Schneeberge zusammengeschoben, die den Flugzeugverkehr am Boden behinderten.
Ein gefahrdrohender Zustand, denn die Flughafenfeuerwehr konnte nicht problemlos an jeden denkbaren Einsatzort gelangen, und auch die beiden Rettungshubschrauber Christoph 27 und Christoph Nürnberg hätten Startprobleme bekommen. Also sorgten die zwei Radlader der beiden Ortsverbände und ein THW-Kipper dafür, dass die Schneeberge nach und nach auf entlegenere Bereiche des Flughafen-Areals wanderten, wo sie keine Behinderungen verursachten.
Die Bilanz: 61 Einsatzkräfte und über 500 Einsatzstunden im Kampf gegen das Schneechaos.
Bilder: Grewe, Bieber, Mühlmann, Hopfer, Ludwig